Costa Crociere wehrt sich gegen den Vorwurf, an Bord der Costa Concordia hätten sich „blinde Passagiere“ befunden. Auch weist das Unternehmen Gerüchte zurück, dass an Bord „Schwarzarbeiter“ beschäftigt gewesen sein sollen. Mehrere Medien hatten in den letzten Tagen berichtet, dass sich möglicherweise mehrere Passagiere auf Einladung von Offizieren auf dem Schiff aufhielten, die nicht in den Passagierlisten aufschienen, und deshalb die genaue Zahl der Vermissten noch immer nicht festehe.
Für Costa ist das alles undenkbar. Die Reederei unterstreicht, dass zusätzlich zu den Zugangskontrollen der jeweiligen Hafenbehörden, die vor jeder Einschiffung vorgenommen werden, der Zugang zu allen Schiffen „nur unter sehr strikten Bedingungen“ erfolgen können. Konkret sei ein Zugang zum Schiff nur möglich, wenn:
- das Ticket und die Identität des Kreuzfahrtgastes überprüft worden sind,
- Mitglieder der Crew einen optisch erkennbaren Personalausweis vorgelegt haben,
- der Name der Person auf der Gästeliste steht, die vom Unternehmen und dem Staff Captain frei gegeben wurde, und
- ein gültiger Ausweis vorgelegt wird, der bei Einschiffung einbehalten wird.
„Jede Person, die mit einem Costa-Schiff ablegt, ist in den Systemen an Bord erfasst“, heißt es in einer Presseaussendung: „Bei der Einschiffung wird jeder Passagier fotografiert, sein Foto wird an den ID Bar Code auf der Einschiffungsliste sowie an die Costa Card gekoppelt, die jeder Passagier erhält, wenn er an Bord geht. Diese Karte dient jedem Gast zur persönlichen Identifikation bei Verlassen und Betreten des Schiffs, außerdem kann er sie für die Serviceleistungen an Bord einsetzen.“
„Niemand an Bord“ könne diese Sicherheitsbestimmungen außer Kraft setzen, so Costa – und sollte dagegen verstoßen werden, spreche das Unternehmen „strenge Disziplinarmaßnahmen aus“.
Tatsächlich wird dem Unternehmen unmittelbar nach dem Auslaufen eine genaue Liste aller Personen übermittelt, die das Schiff betreten bzw. mit dem Schiff abgelegt haben – ob es sich nun um Gäste, Crew oder Techniker handelt. Im Fall des Unglücks der Costa Concordia wurde diese Liste an die Behörden übergeben, um Überlebende, Opfer und Vermisste identifizieren zu können.
Auf Facebook betont Costa Crociere angesichts neuer Berichte einmal mehr, dass den Passagieren der Costa Concordia, die von dem tragischen Geschehen am 13. Jänner betroffen sind, „niemals Ermäßigungen für spätere Kreuzfahrten angeboten wurden“. Vielmehr habe man die Gäste „per Telefon kontaktiert, sobald sie zuhause waren, um sicherzustellen, dass es ihnen gesundheitlich sowie emotional gut geht“. Ihnen sei auch bestätigt worden, dass sie „eine Entschädigung für die Kreuzfahrt und für alle damit verbundenen materiellen Aufwände“ erhalten.
Allen Kunden, die spätere Costa-Kreuzfahrten gebucht haben, hat die Reederei übrigens die Möglichkeit eingeräumt, ihre Reise bis spätestens 7. Februar zu stornieren. Alle Reisebüros, die mit Costa zusammenarbeiten, wurden darüber bereits vor einigen Tagen informiert.







