Die Carnival Corporation stellt den Betrieb ihrer noch sehr jungen Kreuzfahrt-Marke „Fathom“ wieder ein: Das einzige Schiff – die MS Adonia – wird bereits im Juni 2017 in die Flotte von P&O Cruises zurückkehren, wo es bis April dieses Jahres zu Hause war.

Carnival hatte Fathom Anfang 2016 ins Leben gerufen, um damit Seereisen für Amerikaner zu sozialen Hilfsprojekten im Ausland anzubieten. Auf dem Programm der Marke standen wöchentliche Kreuzfahrten von Miami nach Kuba, wo Fathom seit April 2016 als erstes US-Unternehmen seit mehr als 50 Jahren in den Häfen von Havanna, Cienfiegos und Santiago de Cuba anlegen durfte.

Adonia (c) P&O Cruises
Adonia (c) P&O Cruises

Dafür wurde die im Jahr 2001 gebaute und für maximal 704 Passagiere geeignete MS Adonia von P&O Cruises geholt. Im Rahmen eines „People to People Cultural Exchange Programs“ sollten Menschen angesprochen werden, die in ihrem Urlaub soziale Verantwortung übernehmen und sich in ausgewählten wirtschaftlichen oder ökologischen Projekten engagieren möchten.

Dabei arbeitete Fathom eng mit lokalen Organisationen zusammen, die auch einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Kreuzfahrten erhalten sollten. Neben der Hilfe an Land sollte den Passagieren allerdings auch Zeit bleiben, „sich zu erholen, die Schönheiten des Landes zu erkunden und die Annehmlichkeiten an Bord zu genießen“, wie es hieß. Ähnliche Kreuzfahrten wurden zudem in die Dominikanische Republik angeboten.

Während Carnival in den vergangenen Monaten immer wieder vom Erfolg der Fathom-Kreuzfahrten schwärmte, waren amerikanische Insider davon schon lange nicht mehr überzeugt. Trotzdem soll diese Art von Landprogrammen nun auf alle Kreuzfahrten der Carnival-Marken AIDA Cruises, Carnival Cruise Line, Costa, Holland America Line, Princess Cruises und P&O Cruises ausgeweitet werden. Für die Organisation der Ausflüge bleibt Fathom auch weiterhin bestehen.

Auch an ihren Kuba-Kreuzfahrten will die Carnival Corporation weiterhin festhalten und statt der Adonia ab Juni 2017 ein anderes, deutlich größeres Schiff mit Platz für vermutlich rund 2.000 Passagiere einsetzen. Noch fehlt dafür aber die erforderliche Genehmigung der kubanischen Behörden – und es ist alles andere als sicher, dass sie so schnell erfolgen wird.